Monitor Versorgungsforschung
Untersuchung des Nutzens des Check-up 35 zur Früherkennung von Zielerkrankungen in Deutschland
By K. Kostev and S. Kluge.
Abstract
Einleitung: Seit 1989 ist der Check-up 35 ein zentrales Element der Präventionsangebote in deutschen Hausarztpraxen.Allerdings ist die Evidenzlage des Check-up 35-Zielerkrankungen zu erkennen, begrenzt.Aus diesem Grund wurden die Detektionsraten bestimmter Zielerkrankungen des Check-up 35 in einer großen Kohorte hausärztlicher Patienten untersucht.Methoden: Basis dieser retrospektiven Kohortenstudie sind Daten aus 1.216 hausärztlichen Praxen (IQVIA™ Disease Analyzer, 2019-2023).Teilnehmende des Check-up 35 wurden mittels 1:5-Propensity-Score-Matching mit Nicht-Teilnehmenden verglichen.Neuerkrankungen von arterieller Hypertonie, Diabetes mellitus, Dyslipidämie und chronischer Nierenerkrankung (CKD) innerhalb von drei Monaten nach dem Check-up wurden analysiert und mit einem zufällig definierten Indexbesuch in der Kontrollgruppe verglichen.Medikamentenverordnungen nach Diagnosestellung dienten als sekundärer Endpunkt.Ergebnisse: Insgesamt wurden 51.829 Teilnehmende mit 259.145Nicht-Teilnehmenden gematcht.Die Teilnahme war mit höheren Diagnoseraten für Hypertonie (HR 1,56), Diabetes (HR 1,69), Dyslipidämie (HR 3,24) und CKD (HR 2,07) assoziiert.Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang für Dyslipidämie bei Personen unter 40 Jahren (HR 5,10).Die Verordnungsraten nach Diagnosestellung waren bei Check-up-Teilnehmenden ähnlich oder niedriger.Diskussion: Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Check-up 35 zur früheren Erkennung wichtiger chronischer Erkrankungen beiträgt.Eine höhere Teilnahmequote könnte die präventive Versorgung in Deutschland stärken und die gesundheitsökonomische Krankheitslast durch notwendige Folgebehandlungen nach dem Check-up langfristig reduzieren.



