Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
Erhebungen zum Vorkommen und Bedeutung der Fibropapillomatose beim Rehwild in Niederösterreich
By von Dellemann Barbara.
Abstract
Die Fibropapillomatose beim Reh gewinnt in Europa an Bedeutung. Über einen an die Hegeringe ausgesendeten Fragebogen wurden Angaben zu dieser Erkrankung in Niederösterreich erhoben. 61,8 % der 191 teilnehmenden Hegeringe berichteten von Sichtungen von Rehen mit typischen Hautknoten. Dies betraf alle Bezirke bzw. Statutarstädte, mit Ausnahme von Waidhofen an der Ybbs. Die Häufigkeit war in den südlichen Randbezirken von Niederösterreich niedriger. Die frühesten Sichtungen wurden in den Bezirken Bruck an der Leitha und Hollabrunn gemeldet (2000 und 2005). Hegeringe mit Sichtung von knotigen Hautveränderungen bei Rehen wiesen eine signifikant geringere Bewaldung (Median 30 % vs. 50 %) und niedrigere Seehöhe auf (Median 333 m vs. 500 m), aber etwas höhere Abschusszahlen (nicht signifikant). Es ist anzunehmen, dass diese drei Faktoren zusammenhängen. Am häufigsten wurden Knoten am Unterbauch und an der Innenseite der Läufe beobachtet. Von den 118 Hegeringen mit Sichtungen von Rehen mit Hautknoten machten 114–116 Angaben zum Vorkommen von entsprechend verändertem Fallwild (33,3 %) oder Hegeabschüssen (54,3 %) sowie Einschränkungen der Wildbretverwertung (60 %). Ca. 30 % der Hegeringe gehen von einer erträglichen bis starken Beeinträchtigung des Jagdbetriebs durch die Fibropapillomatose aus. 25,9 % der Hegeringe berichteten eine steigende Tendenz der Sichtungen. Von 20 Hegeringen wurden andere Hautveränderungen gemeldet. Es zeigte sich, dass in ganz Niederösterreich - mit regionalen Unterschieden - mit dem Auftreten von Rehen mit knotigen Hautveränderungen zu rechnen ist, und dass es dadurch zu einer Einschränkung des Jagdbetriebs kommen kann.



