JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Crossektomie und Stripping: Nostalgie oder State‐of‐the‐art?
By Eva Maria Valesky.
Abstract
Die Crossektomie geht auf das theoretische Konzept des Trendelenburgschen Privatkreislaufs (1891) zurück.Demnach beruht der therapeutische Erfolg auf der Unterbrechung des Refluxes am saphenofemoralen Übergang durch Ligatur der Stammvene an ihrer Einmündung in das tiefe Venensystem einschließlich der Unterbindung sämtlicher Seitenäste. 1 Über Jahrzehnte galt die Kombination aus Crossektomie und Stripping als Goldstandard der chirurgischen Varizenbehandlung. 1 Die endovenöse thermische Ablation wurde in den 1990er Jahren eingeführt.Katheterbasierte Systeme zur Erhitzung der Stammvenen mittels Radiofrequenz (RFA) und später Laserenergie (EVLA) wurden entwickelt und in den folgenden Jahrzehnten technisch weiter verfeinert. 2 Heute sind diese Verfahren klinisch etabliert und gelten in Deutschland als Standardtherapie der Stammveneninsuffizienz. Valide Langzeitstudien zu den heute überwiegend eingesetzten endovenös thermischen Verfahren im Vergleich zur Crossektomie mit Stripping bleiben jedoch rar.3,4 Zwar existieren Langzeitdaten für endovenös thermische Verfahren insgesamt, sie beruhen aber überwiegend auf älteren EVLA-Generationen und bilden die moderne Praxis nur unvollständig ab.5-7 Endovenöse thermische Verfahren haben sich aufgrund der geringen perioperativen Belastung für Patientinnen und Patienten, des geringeren Ressourcenbedarfs, der ambulanten Durchführbarkeit sowie guter früh-und mittelfristiger Ergebnisse im klinischen Alltag in Deutschland etabliert und gelten heute als Standardtherapie der Stammveneninsuffizienz. 8 Mit ihren 5-Jahres-Ergebnissen der LaVaCro-Studie leisten Hummel et al. einen wichtigen Beitrag zur intensiv geführten Diskussion über die Langzeiteffektivität der inguinalen Crossektomie mit Stripping der Vena saphena magna.9 Die Deutsche Leistenrezidivstudie zeigte bereits, dass ca.zwei Drittel der Crossenrezidive auf eine technisch unvollständige Crossektomie zurückzuführen sind.10 Hummel et al. berichten nach streng standardisierter Crossektomie mit Stripping 1,74% duplexsonographische Leistenrezidive, davon 0,35% hämodynamisch relevante.Klinisch manifeste Gesamtrezidive traten in 7,32% auf und gingen meist von insuffizienten Perforansvenen außerhalb der saphenofemoralen Junktion aus.Das standardisierte Vorgehen umfasste die niveaugleiche Ligatur der V. saphena magna an der V. femoralis sowie aller Seitenäste, die Verwendung nichtresorbierbaren monofilen



