JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Ambulante Versorgung des Ulcus cruris venosum in Deutschland: Eine retrospektive Analyse von Abrechnungsdaten
By Lisa Weller, Regina Poß-Doering, Thomas Grobe and 7 others.
Abstract
Zusammenfassung Hintergrund und Zielsetzung Die ambulante Versorgung von Patienten mit Ulcus cruris venosum (UCV) ist aus medizinischer und gesundheitsökonomischer Perspektive hoch relevant. Häufig erfolgt die Behandlung uneinheitlich und nicht leitliniengerecht. Im Rahmen des GBA‐Innovationsfondsförderprojekts Ulcus Cruris Care (01VSF19043) sollte die ambulante Versorgungslage von Patienten mit UCV in Deutschland untersucht werden. Patienten und Methodik Es erfolgte eine retrospektive Sekundärdatenanalyse von 40 046 Patienten mit UCV‐Diagnose anhand von Daten der AOK Baden‐Württemberg der Jahre 2015 bis 2019. Bewertet wurden Verordnungen, Hilfsmittel, Pflege, Nutzung von Kompressionstherapie, operative Eingriffe und Behandlungskosten. Ergebnisse 47,3 % (n = 7581) der Patienten ohne Kontraindikation erhielten innerhalb von 90 Tagen ein Kompressionshilfsmittel. 2,3 % (n = 135) wurden operativ an Stammvenen behandelt. Nur 14,1 % (n = 771) erhielten eine konsequente Kompressionstherapie, die mit schnellerer Wundheilung (121,6 ± 86,2 vs. 188,1 ± 164,2 Tage, p < 0,001), niedrigeren Gesamtkosten (4280 ± 5326 € vs. 5683 ± 9657 €, p < 0,001) und geringeren krankheitsspezifischen Kosten (2498 ± 2785 € vs. 2797 ± 5145 €, p = 0,017) assoziiert war. Schlussfolgerungen Rund 80 % der VLU‐Patienten erhalten keine konsequente Kompressionstherapie und sind somit unzureichend versorgt. Es besteht ein dringender Handlungsbedarf die Behandlungssituation von Menschen mit UCV in Deutschland zu verbessern.










