Gynäkologische Endokrinologie
Überblick über die überarbeitete S3-Leitlinie zur Peri- und Postmenopause – Osteoporose und Knochenstoffwechsel
By Johannes Ott, Erika Baum, Peyman Hadji and 1 others.
Abstract
Zusammenfassung Hintergrund Im Rahmen der menopausalen Transition und der Postmenopause verringert sich die Knochendichte verbunden mit einem Anstieg des Osteoporose- bzw. Frakturrisikos. Fragestellung Der vorliegende Beitrag bietet einen Überblick über das Kapitel „Osteoporose in der Peri- und Postmenopause und Interventionsmöglichkeiten“ der Neufassung der S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Therapie“. Material und Methoden Übersichtsarbeit. Ergebnisse Das absolute Frakturrisiko wird neben Alter und Geschlecht von diversen Risikofaktoren modifiziert. Unter diesen nehmen im Rahmen der Peri- und Postmenopause Antidepressiva einen besonderen Stellenwert ein, da sie zur Reduktion vasomotorischer Beschwerden eingesetzt werden können, während ihnen allerdings eine signifikante Erhöhung des Frakturrisikos nachgewiesen wurde. Die besten Daten zur Verhinderung der Knochendichteverminderung während der Peri- und Postmenopause und auch zur primären Prävention von Frakturen existieren für systemisch wirkende Östrogene und Gestagene. Der Effekt hält auch nach Absetzen der Therapie über einige Zeit an. Ähnliche positive Effekte sind auch für Tibolon bekannt. Daher sollten Frauen über den Zusatznutzen der Prävention osteoporotischer Frakturen aufgeklärt werden, wenn eine menopausale Hormontherapie (MHT) in Standarddosierung oder Tibolon diskutiert wird. Im Gegensatz dazu sollten Frauen über den fehlenden Nachweis dieses Zusatznutzens informiert werden, wenn eine Therapie mit nichthormonellen Substanzen zur Linderung klimakterischer Beschwerden erwogen wird. Schlussfolgerung Die Neufassung der Leitlinie „Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Therapie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) bietet einen Leitfaden, um evidenzbasiert diese speziellen Themen behandeln zu können.







