Notfall + Rettungsmedizin
Patientensteuerung vom Aufkommensort bis ins Krankenhaus
By Axel Rüdiger Heller, Axel Franke, Fritjof Brüne and 2 others.
Abstract
Zusammenfassung Im Rahmen der Bündnis- und Landesverteidigung bildet der Übergang von der militärischen Rettungskette in das zivile Gesundheitssystem einen kritischen Schnittpunkt für Geschwindigkeit, Sicherheit und Qualität der Weiterversorgung. Der hierfür vorgesehene Ort des Übergangs, nach abgestimmter Nomenklatur Port of Disembarkation (POD), deutsch Aufkommensort, befindet sich in Entwicklung und Erprobung. Der Beitrag beschreibt eine tragfähige Konzeption dieses Orts und ihre Einbindung in überregionale Patientensteuerung, Hochlastmanagement und Krankenhauskoordinierung. Der POD ist als mobiler logistischer Knotenpunkt zu führen, nicht als Behandlungsplatz. Erforderlich sind parallele Abläufe, wenige Umlagerungen und eine frühzeitige Patientenlenkung auf Basis eines tagesaktuellen Kapazitäts- und Fähigkeitslagebilds. Die NATO-Dependency-Stufen ergänzen die zivilen Sichtungskategorien um den transportbezogenen Betreuungsbedarf; der Abgabecode benennt zusätzlich die behandlungsführende Fachrichtung und deren Frist. Die Steuerungskette reicht von der nationalen Koordinationsstelle über die Clusterebene und die ärztliche Krankenhauskoordinierung bis in die Kliniken, in denen fachübergreifend zu arbeiten ist, da der Patientenmix nur teilweise traumatologisch geprägt sein wird. Die Verteilarchitektur kann auf bestehenden Strukturen von Krankenhauskoordinierung, Bevölkerungsschutz und klinischer Einsatzleitung aufbauen. Für die Umsetzung sind einheitliche Begriffe, interoperable Verfahren, regelmäßige Übungen, ein digitales Kapazitäts- und Fähigkeitslagebild sowie eine bundesweit konsistente Rechtsgrundlage erforderlich.



