Abstract / Summary
Das Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über die Verteilung der Augenerkrankungen in österreichischen Maine-Coon-Katzen zu geben, auf etwaige Rasseprädispositionen aufmerksam zu machen, sowie die Ergebnisse mit einer Gruppe von Europäisch-Kurzhaar-Katzen zu vergleichen. Patientenakten aus dem Tierspitalinformationssystem der Veterinärmedizinischen Universität Wien von Maine-Coon-Katzen und Europäisch-Kurzhaar-Katzen im Zeitraum 2001-2024, die einer ophthalmologischen Untersuchung unterzogen wurden, wurden für die Studie herangenommen. In der Studie inkludiert sind 224 Maine-Coon-Katzen und 168 Europäisch-Kurzhaar-Katzen. Innerhalb der Maine-Coon-Katzen sind folgende Diagnosen, gereiht nach absteigender Häufigkeit, vorgekommen: Keratokonjunktivitis (n = 107), Entropium (n = 54), Irishyperpigmentation/-melanom (n = 28), Hornhautdefekt (n = 26), andere (n = 24), Katarakt (n = 22), Uveitis anterior (n = 17), Pathologische Fundusveränderung (n = 16), Makroblepharon (n = 11), retrobulbärer Prozess (n = 6), eosinophile Keratitis (n = 5), Horner-Syndrom (n = 5), schwarze Hornhautnekrose (n = 5). Keratokonjunktivitis war signifikant häufiger (p = 0,003) bei Maine-Coon-Katzen vertreten, beide Rassen waren nahezu immer beidseits betroffen und daran erkrankte Maine-Coon-Katzen waren im Durchschnitt 3,4 ± 3,8 Jahre alt. Entropium kam signifikant häufiger (p < 0,001) bei Maine-Coon-Katzen vor, trat eher bilateral auf und Kater dieser Rasse waren doppelt so häufig vertreten wie Kätzinnen. Davon betroffene Maine-Coon-Katzen waren durchschnittlich 3,9 ± 4,2 Jahre alt. Passend zu bisherigen Beobachtungen besteht sehr wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen dem Rassestandard der Maine-Coon-Katzen und den Erkrankungen Entropium und Makroblepharon. Als Ursache für die hohe Prävalenz von Keratokonjunktivitis werden genetische Engpässe in der Zucht und damit einhergehende immunschwache Katzen vermutet.