Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
Tigermücken und andere potenziell invasive Stechmücken im Prater und Gänsehäufel - Eine Bestandsaufnahme nach dem Auffinden von Tigermücken im Jahr 2020 und 2021
By Sebastian Paulic.
Abstract
Der Kleingartenverein Wasserwiese, das Strandbad Gänsehäufel und der Prater wurden von Anfang Juni bis Ende Oktober 2022 auf potenziell invasive Aedes-Arten untersucht. Nachdem Ae. albopictus (Asiatische Tigermücke) in den vergangen zwei Jahren in der Kleingartenanlage und im Strandbad nachgewiesen wurde, sollte ermittelt werden, ob diese Stechmückenart in den Gebieten lokale Populationen etablieren konnte, die hier überwintert haben. Durch die unmittelbare Nähe des Praters zur Kleingartenanlage sollte eine mögliche Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke in dieses Areal untersucht werden. Im Rahmen diese Monitorings wurden in den drei Gebieten insgesamt 23 Standorte mittels Ovitraps beprobt. Die Proben wurden in einem festgelegtem Intervall von 5-10 Tagen gesammelt und morphologisch und molekularbiologisch ausgewertet. An allen beprobten Standorten wurden Aedes-Eier gefunden. Insgesamt wurden 226 Proben mittels PCR analysiert. Dabei wurde Ae. albopictus in 164 Proben, Ae. japonicus (Japanische Buschmücke) in 60 Proben, Ae. koreicus (Koreanische Buschmücke) in drei Proben und die heimische Stechmückenart Ae. geniculatus (Baumlochmücke) in 19 Proben nachgewiesen. Es wurden Unterschiede im Artenvorkommen zwischen den Gebieten festgestellt, wobei in allen beprobten Gebieten die Asiatische Tigermücke am häufigsten gefunden wurde. Der Nachweis zu Beginn des Monitorings und die zahlreichen Funde dieser Stechmückenart lassen darauf schließen, dass Ae. albopictus im Strandbad und der Kleingartenanlage überwintert und sich erfolgreich in diesen Gebieten etabliert hat. Eine Ausbreitung in den Prater wurde beobachtet und es ist anzunehmen, dass Ae. albopictus auch in Zukunft im Prater überwintern wird. Aedes albopictus ist in der Lage, verschiedene Arboviren und Filarien von human- und veterinärmedizinischer Relevanz zu übertragen. Die fortschreitenden Ausbreitung und Etablierung im urbanen Raum stellen daher eine ernste Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. An Standorten, an denen Ae. albopictus sporadisch gefunden wurde, wird weiterhin ein regelmäßiges Monitoring empfohlen, um Etablierungs- und Ausbreitungsprozesse frühzeitig zu erkennen. In Gebieten, in denen sich Ae. albopictus etablieren konnte, sollte ein intensives Monitoring durchgeführt werden, um das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern abschätzen zu können. Im Falle einer Bedrohung sollten Maßnahmen zur Vektorbekämpfung ergriffen werden.



