Abstract / Summary
Candida albicans ist ein kommensaler Hefepilz des menschlichen Mikrobioms, der unter bestimmten Bedingungen – insbesondere bei immunsupprimierten Patient/-innen und gestörter Barrierefunktion – von einem harmlosen Mitbewohner zu einem hochgradig pathogenen Erreger invasiver Mykosen werden kann. Vor dem Hintergrund einer erheblichen globalen Krankheitslast durch Mykosen wird C. albicans in den Kontext humanpathogener Pilzgruppen eingeordnet. Dabei wird die besondere klinische Relevanz invasiver Infektionen, insbesondere der Candidämie, herausgearbeitet. Im Zentrum stehen die biologischen Eigenschaften und Virulenzmechanismen von C. albicans, darunter die ausgeprägte morphologische Plastizität (Hefe-Hyphen-Dimorphismus), Adhäsion und Invasion von Wirtsgewebe, Biofilmbildung, Hydrolaseproduktion, pHSensorik und -Modulation, metabolische Anpassungsfähigkeit, Stressantworten sowie Strategien zur Metallaufnahme. Ergänzend werden im klinischen Kontext Pathogenese, wesentliche Risikofaktoren, diagnostische Herausforderungen und aktuelle Therapieansätze der Candidämie (prophylaktisch, empirisch, erregerspezifisch) umrissen. Angesichts der hohen Mortalität invasiver Candida-Infektionen, obwohl Leitlinien für die Behandlung vorliegen, wird die Notwendigkeit eines erhöhten Bewusstseins für Pilzinfektionen und die konsequente Umsetzung präventiver Strategien als derzeit effektivster Ansatz im Umgang mit C.-albicans-assoziierten Erkrankungen betont.