JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Klinische Studien zur wachsenden Bedeutung von Betablockern in der Dermatologie: Ein Scoping Review
By Yasamin Dehghan, Armin Gorjian, Zahra Rezaee and 4 others.
Abstract
Zusammenfassung Betablocker haben sich als sichere und effektive Behandlung bei verschiedenen Erkrankungen erwiesen, doch ihr volles Potenzial in der Dermatologie ist noch nicht vollständig erfasst. Wir haben eine umfassende Übersicht zu klinischen Studien durchgeführt, die zwischen Januar 2000 und August 2025 veröffentlicht wurden. Dabei wurden 41 Arbeiten zu Betablockern bei jeglichen dermatologischen Erkrankungen mit weltweit über 4.000 Personen einbezogen. Unsere Ergebnisse belegen Betablocker als Erstlinienbehandlung bei infantilen Hämangiomen. Darüber hinaus senken sie die Mortalität bei Patienten mit Verbrennungen, beschleunigen die Wundheilung bei chronischen venösen und diabetischen Ulzera und verbessern die Entnahmestellen bei Hauttransplantationen. Neue Daten deuten auf Vorteile bei Rosazea, Granuloma pyogenicum, postprozeduralen Erythemen und als Zusatztherapie bei Immun‐Checkpoint‐Inhibitoren beim Melanom hin, bei guten Sicherheitsprofilen in klinischen Studien. Allerdings können sie entzündliche Dermatosen verschlechtern, mit der Anaphylaxiebehandlung interferieren und komplexe Auswirkungen auf die Hautimmunität haben. Insgesamt entwickeln sich Betablocker zu vielseitigen dermatologischen Medikamenten, deren sich erweiternde Indikationen gegen die immunologischen und kardiovaskulären Risiken abgewogen werden müssen. Die Anwendung in den neuen Bereichen muss in weiteren hochwertigen Studien standardisiert werden.



