JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Digitale Gesundheitsanwendungen, Telemedizin und Large Language Models in der Dermatologie: Ergebnisse einer deutschlandweiten Befragung
By Lukas Alexander Henk, Leah Schirren, Felix Mühlensiepen and 7 others.
Abstract
Zusammenfassung Hintergrund Digitale Technologien bieten Chancen für die dermatologische Versorgung, doch fehlen systematische Daten zur Nutzung und Akzeptanz, insbesondere zu digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) und Large Language Models (LLMs). Patienten und Methodik Von November 2024 bis Januar 2025 wurde eine anonyme Online‐Befragung unter Dermatolog*innen im Rahmen von Fortbildungen durchgeführt. Erfasst wurden Nutzung und Einstellungen zu Telemedizin, DiGA und LLMs sowie Kompetenzeinschätzungen und Fortbildungsbedarf. Ergebnisse 100 Dermatologen nahmen teil (64% weiblich, Durchschnittsalter 40,6 Jahre). 58% gaben an, derzeit keine telemedizinischen Leistungen anzubieten; lediglich 5 % nutzten regelmäßig Videosprechstunden. 21% hatten bereits DiGA verordnet, wobei die Mehrheit (78%) die Verantwortung dafür bei Allgemeinärzt*innen sah. 96% der Dermatolog*innen waren der Ansicht, dass DiGA die medizinische Versorgung verbessern können. Als Hauptbarrieren wurden mangelndes Wissen (76%), fehlende Zeit (74%) sowie unzureichende Vergütung und ein komplexer Verschreibungsprozess (je 43%) genannt. 45% der Befragten hatten LLMs im beruflichen Kontext genutzt. 76% bewerteten die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Patientenversorgung als positiv und 80% äußerten den Wunsch nach Fortbildungsangeboten zum Einsatz digitaler Technologien im ärztlichen Alltag. Schlussfolgerung Die Digitalisierung und insbesondere DiGA werden von Dermatologen überwiegend positiv wahrgenommen, digitale Angebote werden jedoch bislang kaum genutzt. Ein gezielter Wissensausbau und konkrete Fortbildungsangebote könnten die Implementierung digitaler Technologien im dermatologischen Alltag wesentlich fördern.





