Abstract / Summary
Zusammenfassung Das in diesem Artikel dargestellte und sowohl aus schmerz- als auch aus palliativmedizinischer Sicht diskutierte Patientenbeispiel verdeutlicht die komplexen Wechselwirkungen biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren bei chronischen Schmerzsyndromen. Neben der Rückenmarkverletzung als auslösendem Ereignis spielten Schmerzchronifizierung, zentrale Sensibilisierung, soziale Isolation, Verlust von Autonomie sowie existenzielle Belastungen eine wesentliche Rolle. Das Beispiel illustriert die Bedeutung eines biopsychosozialen Krankheitsverständnisses und die Notwendigkeit einer interdisziplinären Versorgung bei komplexen chronischen Schmerzerkrankungen. Es wirft darüber hinaus ethische Fragen hinsichtlich Lebensqualität, Therapiezugang, Patientenautonomie und Sterbewunsch bei schwer chronisch kranken Menschen auf.