Abstract / Summary
Zusammenfassung Ernährungsempfehlungen als ergänzende Therapie bei chronischer Immunthyreoiditis (Autoimmunthyreoiditis Hashimoto) sind zahlreich und uneinheitlich. Dies führt nicht nur bei Erkrankten, sondern auch beim Gesundheitspersonal zu Ratlosigkeit, welche Ernährungsintervention wirksam und umzusetzen ist. Viele Nahrungsbestandteile greifen auf die eine oder andere Weise in den Schilddrüsenstoffwechsel ein. Eine gute Versorgung mit Jod, Selen und Eisen ist Voraussetzung für die Bildung und Wirksamkeit der Schilddrüsenhormone. Hashimoto tritt gehäuft mit Zöliakie auf, und es gibt in diesem speziellen Patientenkollektiv Hinweise, dass Thyreoperoxidase(TPO)- und Thyreoglobulin-Antikörper auf glutenfreie Ernährung reagieren. Endokrine Disruptoren können störend in den Schilddrüsenstoffwechsel eingreifen, ihre Erforschung ist noch längst nicht abgeschlossen. Zumindest zu der oft gefürchteten Gewichtszunahme kann berichtet werden, dass eine gezielte Gewichtsregulation auch bei Hashimoto-Thyreoiditis möglich ist. Nach derzeitigem Wissensstand werden Betroffene am besten mit einer vielfältigen, ausgewogenen Ernährung, angelehnt an die mediterrane Diät, mit für die Schilddrüse relevanten Nährstoffen versorgt. Begleiterkrankungen und individuelle Vorlieben oder Unverträglichkeiten sind dabei zu berücksichtigen. In Phasen mit manifesten Nährstoffmängeln oder erhöhtem Bedarf sollte zusätzlich auf Supplemente zurückgegriffen werden. Unnötige Einschränkungen sind zu vermeiden, restriktive Diäten haben sich nicht als wirksam erwiesen. Eine Ernährungsintervention kann eine notwendige medikamentöse Schilddrüsenhormonsubstitution nicht ersetzen, sondern nur begleiten.