Prävention und Gesundheitsförderung
Arbeit, Beschäftigung und Teilhabe bei intellektueller Beeinträchtigung
By Tanja Sappok and Ingmar Steinhart.
Abstract
Zusammenfassung Hintergrund und Fragestellung Arbeit und Beschäftigung sind zentrale Voraussetzungen zur Teilhabe. Für erwachsene Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und herausforderndem Verhalten ist bislang jedoch unzureichend untersucht, wie sich Arbeits- und Beschäftigungsangebote auf Wohlbefinden und Teilhabe auswirken. Studiendesign und Untersuchungsmethoden Im Modellprojekt GUT wurde in einem Mixed-methods-Design Leitungspersonen von Arbeits- und Beschäftigungsangeboten in Nordrhein-Westfalen in einer anonymen Onlinebefragung zu 43 Beschäftigten befragt. Qualitativ wurden 18 leitfadengestützte Einzelinterviews und zwei Fokusgruppen mit insgesamt 8 Beschäftigte mit intellektueller Beeinträchtigung und herausfordernden Verhaltensweisen durchgeführt und inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnisse Arbeit und Beschäftigung wurden als strukturierend, stabilisierend und sozial bedeutsam erlebt. Positiv hervorgehoben wurden regelmäßige Tagesstrukturen, individuell angepasste Tätigkeiten, therapeutische Angebote sowie Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Zugleich zeigten sich erhebliche Barrieren durch eingeschränkte Wahlfreiheit, geringe Mitbestimmung und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, begrenzte Alternativen, Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselpersonen und unzureichende Rahmenbedingungen. Schlussfolgerung Arbeit und Beschäftigung leisten für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und herausforderndem Verhalten einen wichtigen Beitrag zu Teilhabe und Stabilisierung; ihr Potenzial wird unter den derzeitigen strukturellen Bedingungen jedoch nur eingeschränkt ausgeschöpft. Erforderlich sind stärker individualisierte, flexiblere und selbstbestimmt gewählte Arbeitsangebote mit Entwicklungsmöglichkeit sowie verlässliche personelle und institutionelle Rahmenbedingungen.







