Abstract / Summary
Zusammenfassung Die prämature Ovarialinsuffizienz (POI) ist definiert durch Zyklusstörungen und erhöhte Werte des follikelstimulierenden Hormons (FSH). Die Ursachen sind vielfältig und reichen von genetischen und autoimmunen Erkrankungen bis hin zu Operationen und gonadotoxischen Therapien. Trotz ausführlicher Diagnostik wird bei einem Großteil der Patientinnen kein Risikofaktor identifiziert und somit eine idiopathische POI festgestellt. Das Beschwerdebild der betroffenen Frauen kann typischen klimakterischen Symptomen entsprechen, die Frauen können aber auch beschwerdefrei sein. Als Folge eines langfristigen Östrogenmangels kommt es bei unbehandelter POI zu einer Knochendichteabnahme bis hin zur Osteoporose und zum Anstieg der Morbidität und Mortalität aufgrund eines erhöhten kardiovaskulären Risikos. Zur Wiederherstellung der altersentsprechenden hormonellen Versorgung ist eine Hormontherapie bis zum physiologischen Eintritt der Menopause (etwa mit 52 Jahren) indiziert. Auch auf die psychische Belastungssituation muss ein Fokus gelegt werden, um die Copingmechanismen wie auch die Compliance zu stärken. Der vorliegende Beitrag soll einen Überblick zur Behandlung der POI gemäß der S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) geben. Für weitere Details sei auf das Themenheft „Prämature Ovarialinsuffizienz“ in Band 24, Heft 1, Februar 2026 in Gynäkologische Endokrinologie (Springer Medizin) verwiesen.