Notfall + Rettungsmedizin
Das Rettungseinsatzfahrzeug: Patientensteuerung an der Schnittstelle zwischen rettungsdienstlicher und ambulanter Versorgung
By Michael S. Dittmar, Kalina Witt, Stefan Bielmeier and 13 others.
Abstract
Zusammenfassung Hintergrund Zur Entlastung des Rettungsdiensts (RD) von niedrigprioritären Einsätzen wurde das Rettungseinsatzfahrzeug (REF) als Single-Responder-Rettungsmittel (RM) erprobt. Forschungsfrage und Methodik Primäre Ziele waren die Charakterisierung des Einsatzgeschehens und die qualitative Identifikation von Entlastungspotenzialen für den RD. Sekundäre Ziele umfassten Stadt-Land-Unterschiede, die Praktikabilität der Strukturierten medizinischen Ersteinschätzung in Deutschland (SmED) sowie die Abweichungen zwischen SmED-Empfehlung und Anwenderentscheidung. Für die Analyse wurden Leitstellendaten und die SmED-Dokumentation herangezogen. Ergebnisse In 66 % der REF-Einsatzstichwörter wurde kein weiteres RM beansprucht, ein Rettungswagen in 12 %. RD-0-Einsätze mit REF wiesen eine 33 % geringere Transportquote auf als ohne REF. SmED-Assessments beanspruchten ca. 3 min. In 5 % wich der Anwender von der SmED-Empfehlung ab, in je 0,6 % zugunsten einer höheren Dringlichkeit bzw. Versorgungsstufe. Diskussion Die Studie liefert wertvolle hypothesengenerierende Erkenntnisse zu Entlastungspotenzialen für den RD. SmED ist auf dem REF operativ praktikabel und unterstützt die Entscheidungsfindung. Zur Evaluation der Steuerungseffekte sind jedoch weitere prospektive Studien unter Einbeziehung patientenbezogener Outcomes erforderlich.







