Abstract / Summary
Zusammenfassung In dieser Fallserie berichten wir über 3 Patientinnen, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer postpartalen Blutung und in diesem Rahmen erfolgter Blutstillung mittels einer Chitosan-Tamponade das klinische Bild eines Cogan-I-Syndroms („okulovestibuloauditorisches Syndrom“) entwickelten. Alle 3 Patientinnen zeigten die für das Cogan-I-Syndrom typische Befundkonstellation aus interstitieller Keratitis, (Pan‑)Uveitis, Schwindel und Hörverlust. Zusätzlich bestanden Kopfschmerzen. Die Uveitis besserte sich in den berichteten Fällen rasch unter lokaler und systemischer Steroidtherapie, während die vestibuloauditorischen Symptome und Zephalgien ein verzögertes Ansprechen zeigten. Der zeitliche Zusammenhang sowie der konsistente Symptomkomplex lassen an eine mögliche Assoziation mit dem vorausgegangenen Geburtsereignis und der Chitosan-Tamponade denken. Vor diesem Hintergrund sollte eine Chitosan-Tamponade – wenn aus geburtsmedizinischer Sicht möglich – vermieden werden und im Falle eines Einsatzes unbedingt an die mögliche Assoziation zu dem beschriebenen Krankheitsbild gedacht werden. Die betroffenen Patientinnen sollten frühzeitig interdisziplinär unter Einbeziehung der Augenheilkunde, Geburtsmedizin, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Rheumatologie betreut werden.