Abstract / Summary
Zusammenfassung Hintergrund Das oregis -Register ist Deutschlands erste bundesweite Plattform zur Erhebung ophthalmologischer Real-World-Daten. Es wurde von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) als multizentrisches, hypothesenoffenes Register etabliert und erfasst kontinuierlich Behandlungsdaten aus Praxen und Kliniken. Mit derzeit über 2,5 Mio. Patienten stellt oregis eine einzigartige Datenbasis für die ophthalmologische Versorgungsforschung dar. Trotz der klinischen Relevanz des retinalen Arterienverschlusses (RAV) sind epidemiologische und versorgungsnahe Daten bislang begrenzt und beruhen überwiegend auf kleinen Patientenkohorten. Dies führt zu einem Informationsmangel hinsichtlich Patientencharakteristika, Risikoprofilen und Behandlungsstrategien. Ziel dieser Studie war es, Daten von RAV-Patienten in oregis deskriptiv zu analysieren und gleichzeitig das Potenzial von oregis für die augenärztliche Versorgung aufzuzeigen. Methoden Es wurden in oregis anonyme Daten von Patientinnen und Patienten mit der Diagnose eines RAV im Zeitraum 2010 bis 2025 identifiziert. Die verwendeten Datensätze wurden vollständig anonymisiert, sodass eine Reidentifizierung einzelner Patientinnen und Patienten ausgeschlossen werden konnte. Ergebnisse Es wurden 832 Patientinnen und Patienten eingeschlossen, davon waren zwei Drittel männlich, und ein Drittel war weiblich. Das Durchschnittsalter lag bei 70 Jahren. Bei der Erstvorstellung wiesen 33 % einen bestkorrigierten Visus von > 0,5 auf, während 30 % einen Visus von Handbewegungen, Lichtschein oder schlechter zeigten. In der Nachbeobachtung blieb der Visus weitgehend konstant. Diskussion Die Ergebnisse bestätigen bekannte epidemiologische Muster des RAO, stellen jedoch auch dar, wo sich Defizite in der Dokumentationsqualität befinden. Gleichzeitig unterstreicht die Studie das Potenzial von oregis zur Generierung großer Patientenkohorten und longitudinaler Versorgungsdaten.