Abstract / Summary
Zusammenfassung Die Palpation gehört neben Inspektion, Perkussion und Auskultation zur körperlichen Basisuntersuchung. Die präzise Lokalisation von Referenzpunkten an der Wirbelsäule dient dabei zur Bestimmung klinisch relevanter Segmente und damit einer aussagefähigen Dokumentation für Diagnostik und Therapie. Außerdem kann sie durch die Erfassung von Beweglichkeitsänderungen eines Wirbelsäulenabschnitts einen Parameter zur Verlaufskontrolle bei funktionellen Testverfahren im muskuloskeletalen System darstellen. Durch eigene Palpationserfahrungen in Lehre, Diagnostik und Therapie sowie Reflexion mit Fachkräften stellte sich die Frage, ob die in der Literatur beschriebenen und durch funktionelle Testbewegungen scheinbar sicher lokalisierbaren Referenzpunkte sich auch unter Praxisbedingungen, d. h. bei funktionellen oder strukturellen Pathologien, noch präzise bestimmen und durch bildgebende Verfahren bestätigen lassen. Darüber hinaus ist zu hinterfragen, welche Referenzpunkte funktionell relevant sind und ob sich diese auch sicher lokalisieren lassen. Die Untersuchungen (Pilotstudie) verglichen die Ergebnisse anerkannter (häufig genutzter) Palpationsgänge der Manuellen Medizin mit dem EOS-Scan als bildgebendem Verfahren. An 3 Untersuchungstagen wurden die Ergebnisse der Palpation an jeweils unterschiedlichen Personen mittels EOS-Scan überprüft und die Palpationsgänge fortlaufend optimiert. Damit es für diese Fragestellungen zu keiner unnötigen Strahlenbelastung kommt, wurden ausschließlich Personen ausgewählt, welche routinemäßig in der Wirbelsäulensprechstunde bildgebend untersucht wurden. Der Abgleich zwischen Palpation und Bildgebung führte innerhalb der 3 Untersuchungstage zu Anpassungen der Palpationstechniken mit deutlich verbesserten Ergebnissen und final zu einem praxisrelevanten Palpationsgang, welcher die ausgewählten Referenzpunkte mit einer Abweichung von maximal einem Dornfortsatz lokalisierte.